PingTok
- 3. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn Rausch zum TikTok-Content wird – und Jugendliche sich im Drogenzustand filmen
Ein neuer, sehr besorgniserregender Trend verbreitet sich derzeit auf TikTok unter dem Begriff „PingTok“. Der Name leitet sich von einem Detail ab, das in den Videos bewusst gezeigt wird: weit geöffnete Pupillen – ein sichtbares Zeichen von Rauschzuständen.
In diesen Clips filmen sich vor allem junge Mädchen, aber zunehmend auch Jungen:
während oder kurz nach dem Konsum von Substanzen
mit auffällig geweiteten Pupillen
mit verlangsamter Sprache oder Koordinationsverlust
mit Musik, Filtern und „ästhetischer“ Inszenierung
Der Rausch wird nicht versteckt. Er wird präsentiert. Was für Außenstehende harmlos oder „verträumt“ wirkt, ist in Wahrheit ein Trend, der Drogenkonsum ästhetisiert, verharmlost und normalisiert.
Was steckt hinter PingTok?
Der Mechanismus ist typisch für Social Media:
Ein visuell auffälliges Merkmal
Eine einfache Nachahmung
Aufmerksamkeit im Algorithmus
Nachahmung durch andere
Die geweiteten Pupillen sind dabei das „Erkennungszeichen“.Kommentare lauten etwa:
„Ping eyes“
„Du bist safe drauf“
„Welche Musik passt am besten?“
So entsteht eine Szene, in der Rauschzustände nicht mehr als Risiko, sondern als ästhetisches Erlebnis dargestellt werden.
Welche Substanzen dabei eine Rolle spielen
In den PingTok-Videos werden vor allem Substanzen verherrlicht, die:
euphorisierende Zustände erzeugen
Wahrnehmung verändern
Pupillen sichtbar erweitern
Dazu zählen insbesondere:
stimulierende Partydrogen
bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente im Missbrauch
psychoaktive Substanzen aus der Clubszene
Wichtig: Die Videos zeigen nicht den Konsum selbst, aber den Zustand danach – und genau das reicht, um Neugier zu wecken.
Warum dieser Trend so gefährlich ist
1) Rausch wird ästhetisiert
Der Fokus liegt nicht auf Risiko, sondern auf:
Musik
Licht
Emotion
„Vibe“
Das vermittelt:
„Drogen sehen schön aus.“
2) Nachahmung wird belohnt
Viele Kommentare feiern die Videos.Mehr Likes = mehr Motivation, es erneut zu tun.
3) Jugendliche unterschätzen Gefahr
Viele wissen nicht:
Dosierung kann lebensgefährlich sein
Mischkonsum erhöht Risiken massiv
Abhängigkeit entsteht schneller als gedacht
Social Media zeigt keine Konsequenzen.
4) Gruppendruck entsteht digital
„Alle machen PingTok“ wird zur gefühlten Realität.Gerade unsichere Jugendliche wollen dazugehören.
5) Langfristige psychische Risiken
Regelmäßiger Konsum kann:
Angststörungen
Depressionen
Gedächtnisprobleme
Realitätsverlust
verstärken oder auslösen.
Was Eltern unbedingt wissen sollten
Diese Videos wirken oft ruhig und „harmlos“
Viele Kinder erkennen den Drogenbezug nicht sofort
TikTok filtert diese Inhalte kaum
Kinder stoßen zufällig darauf
Die Hemmschwelle zum Ausprobieren sinkt
Wichtig: Nicht jedes Kind, das so ein Video sieht, konsumiert. Aber jedes Kind wird beeinflusst.
Wie Eltern gut begleiten können
1) Früh über Drogen sprechen
Nicht erst bei Verdacht.
„Manche Videos zeigen Rauschzustände – das sieht vielleicht schön aus, ist aber gefährlich.“
2) Fragen statt Vorwürfe
„Hast du schon Videos gesehen, wo Leute so glasige Augen haben?“„Wie wirken solche Clips auf dich?“
3) Ästhetik entlarven
„Social Media zeigt den Kick – aber nicht den Krankenhausaufenthalt.“
4) Selbstwert stärken
Kinder mit stabilem Selbstbild brauchen weniger Risikokicks.
5) Hilfe anbieten
„Wenn du jemals neugierig wirst oder Druck spürst – du kannst mit mir reden.“
Mini-Checkliste für Familien
über PingTok sprechen
erklären, was Pupillen im Rausch bedeuten
Social-Media-Ästhetik kritisch hinterfragen
Gespräch über Drogen früh beginnen
Kinder ermutigen, bei Unsicherheit nachzufragen
klare Haltung: Rausch ist kein Lifestyle
Fazit
PingTok zeigt, wie schnell Social Media selbst gefährliche Zustände in schöne Bilder verwandelt.
Der Rausch wird gefilmt. Der Körper wird Bühne. Die Risiken verschwinden aus dem Bild.





Kommentare