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„Sie sind Futter für die KI!“ - Welche Sicherheitseinstellungen man bei Plattformnutzungen vornehmen sollte

Warum du diese Einstellung in Social-Media-Apps besser deaktivierst


Instagram, TikTok, Snapchat & Co. bieten in ihren Einstellungen die Option„Verwendung öffentlicher Inhalte zulassen“bzw. ähnliche Formulierungen wie:

  • „Für Empfehlungen freigeben“

  • „Für KI-Training zulassen“

  • „Nutzung für Drittanbieter-Modelle“


Viele Nutzer*innen aktivieren diese Funktion unwissentlich – oft ist sie sogar standardmäßig an.

Doch was bedeutet das in der Praxis?

Wer diese Option aktiviert, erlaubt Plattformen, eigene Inhalte– Fotos, Selfies, Videos, Stimmen, Gesichtszüge –für KI-Training und Weiterverarbeitung zu verwenden.

Kurz gesagt:Alles, was öffentlich gepostet wird, wird zu Material. Zum Datensatz. Zum Rohstoff.


Warum diese Einstellung so relevant ist

1) Private Inhalte werden Trainingsdaten

Fotos von dir, deinen Kindern, deinem Alltag können als Basis für KI-Modelle genutzt werden.Nicht zwingend böse – aber komplett unkontrollierbar.


2) KI-Systeme erzeugen daraus neue Gesichter

Dein Gesicht erscheint nicht eins zu eins –aber in Form von Personen, die dir unangenehm ähnlich sehen.


3) Nutzung später kaum nachvollziehbar

Heute Urlaubsfoto, morgen KI-Spot, übermorgen Werbefigur.Ohne Zustimmung – aber technisch erlaubt, wenn Freigabe aktiv ist.


Das mögliche „böse Erwachen“

Solche Szenarien sind bereits dokumentiert:

  • KI-Modelle generieren Personen, die Nutzer*innen erschreckend ähneln

  • Gesichter „tauchen auf“ in Werbungen, Prompts, KI-Filmen

  • Avatare wirken, als seien sie reale Menschen – weil sie reale Daten nutzten

  • Inhalte erscheinen in Kontexten, die man nie gewählt hätte


Besonders sensibel wird es, wenn KI-Figuren auftauchen in:

  • sexualisierten Szenen

  • Horror- oder Gore-Umgebungen

  • Deepfake-ähnlichen Videos

  • dubioser Werbung oder Scam-Material


Nicht, weil du es gepostet hast.Sondern weil du die Freigabe nicht verhindert hast.


Was Eltern & Jugendliche unbedingt wissen sollten

  • Wer öffentlich postet, gibt mehr frei, als er denkt.

  • Plattformen nutzen Inhalte auch für KI-Training.

  • „Nutzung erlauben“ bedeutet nicht nur Anzeige –sondern Weiterverarbeitung in neuen Kontexten.

  • Auch Bilder von Kindern können so in Training fließen.

  • Kontrolle verliert man nicht plötzlich – sondern schleichend.


Privatsphäre ist keine Einstellung –sondern eine Entscheidung.


Wie man sich schützt (einfach & wirksam)


1) „Verwendung öffentlicher Inhalte zulassen“ deaktivieren

In allen Apps prüfen, besonders TikTok & Instagram.


2) Verständnis schaffen statt Angst machen

„KI kann aus Fotos neue Menschen erschaffen – darum schützen wir sie.“

3) Bewusst posten

Öffentlichkeit ist kein kleiner Kreis – sondern die ganze Welt.


4) Regel für Familien

Nur posten, was man später in KI-Versionen wiedersehen könnte.


Mini-Checkliste für Familien

  • Einstellung prüfen → öffentliche Nutzung deaktivieren

  • mit Kindern über Bildrechte & KI sprechen

  • bewusst entscheiden, was online bleibt

  • Grundsatz: Nur posten, was später reproduziert werden dürfte

  • Privatsphäre aktiv gestalten, nicht dem Algorithmus überlassen


Fazit

Social-Media-Apps geben viele Möglichkeiten –doch sie nehmen auch still etwas zurück: Kontrolle.

Wer „öffentliche Inhalte zulassen“ aktiviert, liefert Material,das zu Avataren, Werbefiguren oder KI-Spielvarianten werden kann. Nicht, weil jemand es stiehlt –sondern weil man es erlaubt hat.

Schutz beginnt nicht mit Angst.Sondern mit Wissen, Entscheidung und einem Schalter in den Einstellungen.


Bild KI-generiert


 
 
 

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