„Sie sind Futter für die KI!“ - Welche Sicherheitseinstellungen man bei Plattformnutzungen vornehmen sollte
- ThomasHillers

- 1. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Warum du diese Einstellung in Social-Media-Apps besser deaktivierst
Instagram, TikTok, Snapchat & Co. bieten in ihren Einstellungen die Option„Verwendung öffentlicher Inhalte zulassen“bzw. ähnliche Formulierungen wie:
„Für Empfehlungen freigeben“
„Für KI-Training zulassen“
„Nutzung für Drittanbieter-Modelle“
Viele Nutzer*innen aktivieren diese Funktion unwissentlich – oft ist sie sogar standardmäßig an.
Doch was bedeutet das in der Praxis?
Wer diese Option aktiviert, erlaubt Plattformen, eigene Inhalte– Fotos, Selfies, Videos, Stimmen, Gesichtszüge –für KI-Training und Weiterverarbeitung zu verwenden.
Kurz gesagt:Alles, was öffentlich gepostet wird, wird zu Material. Zum Datensatz. Zum Rohstoff.
Warum diese Einstellung so relevant ist
1) Private Inhalte werden Trainingsdaten
Fotos von dir, deinen Kindern, deinem Alltag können als Basis für KI-Modelle genutzt werden.Nicht zwingend böse – aber komplett unkontrollierbar.
2) KI-Systeme erzeugen daraus neue Gesichter
Dein Gesicht erscheint nicht eins zu eins –aber in Form von Personen, die dir unangenehm ähnlich sehen.
3) Nutzung später kaum nachvollziehbar
Heute Urlaubsfoto, morgen KI-Spot, übermorgen Werbefigur.Ohne Zustimmung – aber technisch erlaubt, wenn Freigabe aktiv ist.
Das mögliche „böse Erwachen“
Solche Szenarien sind bereits dokumentiert:
KI-Modelle generieren Personen, die Nutzer*innen erschreckend ähneln
Gesichter „tauchen auf“ in Werbungen, Prompts, KI-Filmen
Avatare wirken, als seien sie reale Menschen – weil sie reale Daten nutzten
Inhalte erscheinen in Kontexten, die man nie gewählt hätte
Besonders sensibel wird es, wenn KI-Figuren auftauchen in:
sexualisierten Szenen
Horror- oder Gore-Umgebungen
Deepfake-ähnlichen Videos
dubioser Werbung oder Scam-Material
Nicht, weil du es gepostet hast.Sondern weil du die Freigabe nicht verhindert hast.
Was Eltern & Jugendliche unbedingt wissen sollten
Wer öffentlich postet, gibt mehr frei, als er denkt.
Plattformen nutzen Inhalte auch für KI-Training.
„Nutzung erlauben“ bedeutet nicht nur Anzeige –sondern Weiterverarbeitung in neuen Kontexten.
Auch Bilder von Kindern können so in Training fließen.
Kontrolle verliert man nicht plötzlich – sondern schleichend.
Privatsphäre ist keine Einstellung –sondern eine Entscheidung.
Wie man sich schützt (einfach & wirksam)
1) „Verwendung öffentlicher Inhalte zulassen“ deaktivieren
In allen Apps prüfen, besonders TikTok & Instagram.
2) Verständnis schaffen statt Angst machen
„KI kann aus Fotos neue Menschen erschaffen – darum schützen wir sie.“
3) Bewusst posten
Öffentlichkeit ist kein kleiner Kreis – sondern die ganze Welt.
4) Regel für Familien
Nur posten, was man später in KI-Versionen wiedersehen könnte.
Mini-Checkliste für Familien
Einstellung prüfen → öffentliche Nutzung deaktivieren
mit Kindern über Bildrechte & KI sprechen
bewusst entscheiden, was online bleibt
Grundsatz: Nur posten, was später reproduziert werden dürfte
Privatsphäre aktiv gestalten, nicht dem Algorithmus überlassen
Fazit
Social-Media-Apps geben viele Möglichkeiten –doch sie nehmen auch still etwas zurück: Kontrolle.
Wer „öffentliche Inhalte zulassen“ aktiviert, liefert Material,das zu Avataren, Werbefiguren oder KI-Spielvarianten werden kann. Nicht, weil jemand es stiehlt –sondern weil man es erlaubt hat.
Schutz beginnt nicht mit Angst.Sondern mit Wissen, Entscheidung und einem Schalter in den Einstellungen.

Bild KI-generiert




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